Wat Phra Khaeo (Tempel des Smaragdbuddhas):

Seit der Sukhothai Periode (1240-1438 n.Chr.) existiert in Thailand die Tradition des Baus von buddhistischen Tempeln in den Bezirken des königlichen Palastes. Als die Stadt Bangkok oder Ratanakosin (daher die Bezeichnung Ratanakosin Periode) von König Rama I (1782-1809) gegründet wurde, errichtete er ebenfalls einen Tempel, den Smaragdbuddhatempel, im östlichen Teil seines Königlichen Palastes. In diesem Tempel sollte der Smaragdbuddha, den er von der Stadt Vientiane in Laos erhalten hatte, untergebracht werden. Der Bau dauerte 2 Jahre und das berühmte Bildnis wurde im Jahr 1784 aus Thonburi zu dem jetzigen Standort gebracht.
Die Errichtung des Tempels unter der Regierungszeit von Rama I kann in zwei Perioden unterteilt werden. In der ersten Periode war das Gebiet des Tempels im Norden und Osten noch schmäler als heute. Das damalige Tempelgelände wurde von Galerien umschlossen und im Süden wurde das Ubosoth (Ordinationshaus, Plan Nr. 10) errichtet, das den Smaragdbuddha als Heiligtum aufnahm.

Die Geschichte des Smaragdbuddha

Der Smaragdbuddha ist tatsächlich ein aus einem einzigen Stück Jade gehauene Figur. Nach einem Bericht soll im Jahr 1434 ein Blitzschlag in einen Chedi in Chiang Rai eingeschlagen sein und eine mit Stuck bedeckte Buddhastatue kam im Inneren des Chedis zum Vorschein. Eines Tages entdeckte ein Abt, in dessen Residenz das Bildnis gebracht wurde, dass der Stuck an der Nase abblätterte und die Figur im Innern grün war. Nachdem er den gesamten Stuck entfernte, kam der Smaragdbuddha zum Vorschein (Das Wort Khaeo bedeutet in Thai grünfarbig).
Die Menschen strömten herbei, um die Buddhafigur zu verehren. Die Stadt Chiang Rai befand sich zu dieser Zeit unter der Herrschaft des Königs von Chiang Mai. Der König Samfangkaen sandte einen Elefanten, um die Statue nach Chiang Mai bringen zu lassen. Der Elefant jedoch rannte, als er an die Kreuzung zu Lampang kam, nach Lampang. Der König sandte drei Mal einen Elefanten aus und immer wieder geschah das Gleiche. Daher blieb der Smaragdbuddha 32 Jahre bis 1468 in Lampang. Erst König Tiloka ließ den Smaragdbuddha nach Chiang Mai bringen. Gemäß einer Chronik wurde die Figur in der östlichen Nische in einem großen Chedi Luang genannten Stupa aufgetstellt.

1551 starb der König von Chiang Mai und hinterließ keine Söhne. Eine seiner Töchter war jedoch mit dem König von Laos verheiratet worden. Die einen Sohn geboren hatte, der Prinz Chaichettha hieß. Nach dem Tod des Königs baten die Gesandten aus Chiang Mai den Prinzen, der zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt war, König zu werden und er nahm dies an. Als jedoch dessen Vater, der König von Laos, starb kehrte der König Chaichettha nach Laos zurück. Hierbei nahm er den Smaragdbuddha mit nach Luang Prabang, der damaligen Hauptstadt von Laos. Er versprach zwar zurückzukehren, tat dies aber nicht und daher blieb das Bildnis 12 Jahre in Luang Prabang.

Im Jahr 1564 widerstand König Chaichettha der burmesischen Armee unter König Bayinnong und verlegte darauf hin seine Hauptstadt in das südlichere Vientiane und der Smaragdbuddha blieb dort weitere 214 Jahre.

Während der Thonburi Periode eroberte Rama I, der zu diesem Zeitpunkt noch General unter König Taksin war, Vientiane und brachte den Buddha nach Thailand zurück. Nach Gründung von Bangkok, als Hauptstadt von Thailand, wurde der Smaragdbuddha das Schutzheiligtum von Thailand und ist es bis heute. Am 22.03.1784 wurde die Figur von Thonburi zum Tempel des Smaragdbuddhas (Wat Phra Khaeo) gebracht.

König Rama I ließ zwei den Jahreszeiten entsprechende Kleidungsstücke für die Figur anfertigen, eine für die Trockenzeit und eine für die Regenzeit. König Rama III (1824-1851) fügte eine dritte für die Kühle Jahreszeit hinzu. Die Zeremonie des Kleidungswechsels findet daher dreimal jährlich statt. Früher ließen die Könige das heilige Reinigungswasser nur auf die Prinzen und hohe Beamte ergießen, die der Zeremonie innerhalb des Ubosoths beiwohnten. Seit der Regentschaft seiner Majestät König Rama IX (König Bumiphol), gießt dieser das heilige Wasser auch auf die Untertanen, die außerhalb der Ordinationshalle warten.

Der Smaragdbuddha ist 48,3 cm breit und einschließlich des Sockels 66 cm hoch. Die Figur stellt eine sitzende Haltung dar, mit dem rechten ruhenden Bein auf dem Linken. Man nimmt an, dass die Figur in Nordthailand nicht vor dem 15. Jahrhundert entstand und gehört daher zur späteren Nordthai, d.h. der späten Chiang Saen oder Chiang Mai Schule. Wenn es so sein sollte, wurde die Figur nicht lange vor deren Entdeckung hergestellt. Allerdings sieht der Smaragdbuddha in seiner meditierenden Haltung den Buddhabildnissen von Südindien und Sri Lanka sehr ähnlich. Besonders jenen in derselben Haltung. Die Meditationshaltung ist in Thai-Bildnissen Buddhas nie beliebt gewesen. Deshalb könnte man den Ursprung des Bildnisses einem der beiden genannten Ländern zuordnen.

Welche interessanten Gegenstände befinden sich im Ubosoth:

Der goldene Thron

Der goldene hölzerne Thron, auf dem der Smaragdbuddha sitzt, wurde in der Regierungszeit von Rama I hergestellt. Ursprünglich stand der Thron auf dem unteren Sockel, doch König  Rama III fügte den mittleren hinzu.

Türflügel

Die Türflügel sind mit Perlmutt belegt und wurden in der Regierungszeit von Rama I hergestellt. Der Stil hält sich an die Ayutthaya Periode.

Stehende große Buddhabildnisse

In der Regierungszeit von Rama III nannte man die Zeit von Rama I die erste Regierung und die unter Rama II mittlere Regierung. Dies hätte zwangsläufig bedeutet, dass die Regierung unter Rama III die letzte gewesen wäre. Für Rama III war dies ein schlechtes Omen, daher ließ er 1841 zwei große Buddhafiguren in Bronze gießen. Sie sind 3 m groß und zeigen die Haltung Buddhas beim beruhigen des Ozeans. Sie sind mit Edelsteinen und Gold bedeckt. Er nannte die auf der nördlichen Seite des Smaragdbuddhas aufgestellte Figur "Phra Puttha Yodfa Chulalok" und die südliche "Phra Puttha Lerdla Napalai" und widmete sie entsprechend Rama I und Rama II. Es wurde eine Proklamation herausgegeben, die ersten beiden König so zu benennen.
Diese Figuren wurden ab der Zeit von Rama IV (König Mongkut, 1851-1868) stattfindenden Zeremonie, in der die Beamten ihren Treueid gegenüber dem König schwörten, verehrt. Diese Zeremonie wurde nach der Revolution 1932 mit Einführung einer konstitutionellen Monarchie eingestellt.

Kleines Bronze Buddhabildnis

Dieses kleine bronzene Buddhabildnis, Phra Samputtha Panni genannt, wurde von Rama IV im Jahre 1830, als er noch Mönch war, kreiert. Der Prinz im Mönchgewand erfand einen neuen Typ des Buddhabildnisses ohne hervortretenden Kopfteil, der eine Mönchrobe in Faltenwurf trägt und in meditierenden Haltung sitzt. Phra Samputtha  Panni wurde vor den Thron des Smaragdbuddha gestellt, um diesen zu stützen.

Zehn gekrönte Buddhabildnisse in Bronze

Die zehn gekrönten Buddhabildnisse in der Haltung der Ozeanberuhigung sind mit Gold bedeckt und wurden in paaren auf Sockel installiert, den Thron des Smaragdbuddhas stützend. Sie wurden von aufeinander folgenden Königen der gegenwärtigen Chakri-Dynastie geschaffen und hohen königlichen Familienmitgliedern, männlich wie weiblich, von der ersten bis zur dritten Regentschaft, gewidmet.

Wandmalereien innerhalb des Ubosoth

Die Szenen der buddhistischen Welt an der westlichen Wand hinter dem Smaragdbuddha und die der Erleuchtung Buddhas an der östlichen Wand wurden unter der Regierungszeit von Rama I gemalt. Zu dieser Zeit wurde wahrscheinlich die Versammlung der himmlischen Wesen auf der oberen Hälfte der seitlichen Mauern porträtiert, ein  Charakterporträt, welches typisch ist für die Kunststiele der späten Ayutthaya und frühen Bangkok Zeit ist. König Rama III ließ die seitlichen Wände bemalen.

Bronzene Löwen-Torwächter

Es gibt 12 Löwen zu sechs Paaren. Man nahm an, dass das die Löwen am Haupttor des Ubosoth, welches nur vom Staatschef betreten werden kann, auf befehl König Rama I aus Kambodscha geholt, und die restlichen später kopiert wurden. Ein bekannter französischer Wissenschaftler Professor Boisselier prüfte das Löwen-Wächter Paar und stellte fest, dass die Zeichnungen auf der Brust eher Thai- als Khmer-Stil ähneln würde. Vor dem Pantheon (Nr.9) neben dem Haupttreppenausganges sitzen zwei steinerne Löwen. Obwohl sie stark restauriert wurden, kann man ersehen, dass sie zum Khmer-Bayon-Stil gehören. Es wird daher angenommen, dass diese Löwen in der Regentschaft König Rama I geholt wurden und die bronzenen Kopien sind.

Karte vom Königspalast und Wat Phra Khaeo:

  1. Hor Phra Rajpongsanusorn
  2. Hor Phra Rajkoramanusorn
  3. Phra Sri Ratana Chedi
  4. Hor Phra Naga
  5. Phra Wiharn Yod
  6. Model of Angor Wat
  7. Phra Mondhob
    Die Bibliothek
  8. Hor Monthian Dharma
    Die ergänzende Bibliothek
  9. Prasat Phra Dhepbidorn
    Das königliche Pantheon
  10. Temple of Emerald Buddha
    Ubosoth, hier befindet sich der Smaragdbuddha.
    Um  dem Ubosoth sind 12 kleine Pavillons aufgereiht.
  11. Hor Kanthararaj
    Viharn des Gandhara Buddha-Figur
  12. Belfry
    Der Glockenturm.
  13. Borom Phiman Mansion
  14. Sridhala Piromya Hall
  15. Buddha Ratana Starn Hall
  16. Amarindra Winichai Hall

 

  1. Paisal Taksin Hall
  2. Chakrapat Phiman Hall
  3. Mahisorn-Prasat Hall
  4. Hor Phra Sulalaiphiman
  5. Rajruedi Hall
  6. Hor Saatrakom
  7. Dusida Piromya Hall
  8. Sanamchand Pavilion
  9. Hor Phra Dhart Monthian
  10. Chakri Maha Prasat Hall
  11. Moonstarn Baromart Hall
  12. Somut Devaraj Ubbat Hall
  13. Ratchakaranyasapha Hall
  14. Aphonpimok Phasat Pavilion
  15. Dusit Maha Prasat Hall
  16. Wat Phra Keo Museum
  17. The Royal Thai Decorations and coins pavilion

 

Links:

Quellen:

  • Palaces Thai Net
  • Broschüre "Geschichte des Tempels des Smaradbuddhas" von Professor M.C. Subhadradis, wir am Eingang für 20 B verkauft

 

Stand: 01.05.2007